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Exkursion zum Frida-Kahlo-Museum in Baden-Baden (Mai 2009)

Frida Kahlo im Museum Gehrke-Remund – ein Exkursionsbericht

Am Freitag, den 15. Mai 2009 unternahmen die Studierenden des Hauptseminars „KörperBilderSchriften. Ästhetische Transformationen in Werk und Repräsentationen der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo“ von Frau Prof. Gronemann in Begleitung der Seminarleiterin sowie ihrer Assistentin, Frau Dr. Schwan, eine Exkursion ins KunstMuseum Gehrke-Remund. Das in einer stillgelegten Fabrikhalle am Stadtrand von Ba-den-Baden neu angesiedelte Museum zeigt in einer monographischen Dauerausstellung rund 100 lizenzier-te Repliken von Kahlo-Gemälden und erhebt damit den Anspruch, „[d]ie umfangreichste Frida Kahlo Samm-lung aller Zeiten“ zu sein. So vermessen dies – nach den international renommierten Retrospektiven in Lon-don (2005), Hamburg (2006) und Mexico City (2007) – anmuten mag, gelingt es den zwar fachfremden, aber engagierten Ausstellungsmachern Gehrke und Remund doch, ihrem Ziel, einen Gesamteindruck des Werks der Mexikanerin zu vermitteln, gerecht zu werden. Präsentiert werden die Exponate laut Museums-Info „in den Originalgrößen, mit Original-Material […] und im Originalstil“. Wenngleich wohl eher unfreiwillig – wie im Gespräch mit dem persönlich anwesenden Mitbegründer des Museums, Herrn Hans-Jürgen Gehrke, deutlich wurde –, vermag das Museumskonzept damit Anstöße zu geben, einen fragwürdigen Originalitäts-begriff abermals zu überdenken. Denn gemäß dem kulturtheoretischen Ansatz der double exposures von Mieke Bal können Ausstellungen als performative Akte gelten, an denen sich Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses ablesen lassen. Insofern ist die Initiative von Gehrke/Remund, das Œuvre Frida Kahlos von chinesischen Kunstmalern nachmalen zu lassen und in weitgehend chronologischer Hängung aufzuberei-ten, durchaus ambivalent zu bewerten – spiegelt sie doch einerseits den bereits in Kahlos künstlerischer Produktion selbst angelegten Zug zur Serialität auch auf der Ebene des Ausstellungskonzepts wider, reiht sich andererseits jedoch gerade dadurch ein in eine nicht abreißende Serie der gewinnbringenden Vermark-tung von Kahlo-Kitsch. Wie immer man zu diesem Vorstoß des Unternehmers Gehrke und der Professorin für Marketing und Strategie Dr. Remund stehen mag – ein interessantes Rezeptionsdokument, das unter den medienwissenschaftlich geschulten Besucherinnen aus der Mannheimer Romanistik für reichlich Gesprächsstoff sorgte, ist die Baden-Badener Ausstellung allemal.

Tanja Schwan

 

 

 Reise im Regionalzug nach Baden-Baden


Mexikanisches Ambiente in einer ehemaligen Industriehalle



 

 

 

 

 

 

 


 
 
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