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RUEG P5

Clause Structure in Heritage German

RUEG P3 ist ein Teil­projekt der DFG-Forschergruppe „Emerging Grammars in Language Contact Situations: A Comparative Approach“.


Projektteam

Leitung: Prof. Dr. Rosemarie Tracy

Akademische Mitarbeiterin: Wintai Tsehaye

Wissenschaft­liche Hilfskraft: Franziska Cavar


Forschungs­fragen

P5 untersucht die Kompetenz und Performanz von SprecherInnen des Deutschen als Heritage-Sprache, d.h. von SprecherInnen der Minoritätssprache Deutsch aus Familien mit mindestens einem deutschsprachigen Elternteil. Im Mittelpunkt stehen Heritage-SprecherInnen, die in den USA geboren wurden oder die seit ihrer frühen Kindheit dort leben. Das Deutsche ist daher eine ihrer simultanen Erstsprachen (2L1) oder wird als Erstsprache (L1) erworben, dicht gefolgt von der Majoritätssprache Englisch als früher L2 (Alter bei Erwerbsbeginn: 2-3 Jahre). P5 untersucht Faktoren, die sich für die Satzstruktur als relevant erwiesen haben, insbesondere die Wortstellung, Argumentstrukturen und morphosyntaktische Merkmale (Finitheit, Kasus), mit besonderem Augenmerk auf potenziell „unscharfe“ Regionen der linken und rechten Satzperipherie. P5 wird die in den USA erhobenen Daten mit einem von P6 verfügbar gemachten Korpus des Namibia-Deutschen vergleichen. Die Integration von Heritage-Deutsch in das von RUEG untersuchte Sprachenspektrum ermöglicht es, Auswirkungen des Majoritäts- vs. Minoritätsstatus auf den Erwerb und die Verfügbarkeit von Varietäten des Deutschen zu untersuchen. Die Erforschung des Deutschen als Minoritätssprache in Namibia und in den USA erlaubt außerdem einen Vergleich unterschiedlicher soziolinguistischer Kontexte und Einstellungen gegenüber individueller und gesellschaft­licher Mehrsprachigkeit. In Übereinstimmung mit den anderen RUEG-Projekten strebt P5 an, Strukturen zu identifizieren, die sich in qualitativer und/oder quantitativer Hinsicht systematisch von den formellen vs. informellen, gesprochenen vs. schriftlichen Satzmustern monolingualer SprecherInnen unterscheiden (Joint venture I, Language Change Hypothesis). P5 wird die theoretische Relevanz von Schnittstellen untersuchen (Joint Venture II, Interface Hypothesis) und zur Unterscheidung von kontaktbedingtem vs. intern motiviertem Wandel beitragen (Joint Venture III, Internal Dynamics Hypothesis). P5 geht weiterhin der Frage nach, wie sich das Repertoire von Heritage-SprecherInnen mit Deutsch als Minoritätssprache und Englisch als Majoritätssprache zu den mehrsprachigen Ressourcen der ersten Auswanderergeneration verhält und welche nicht-kanonischen Strukturen sich möglicherweise bereits dort abzeichnen. Zu diesem Zweck werden neu zu erhebende Daten mit einem umfangreichen mündlichen und schriftlichen Korpus verglichen, das im Rahmen eines früheren DFG­Projekts zum deutsch-englischen Sprachkontakt in den USA und zum individuellen Sprachwandel entstanden ist.

gepris.dfg.de/gepris/projekt/394995401


Kooperations­partner

  • Hans Boas, University of Austin
  • Holger Hopp, TU Braunschweig
  • Doris Stolberg, Institut für Deutsche Sprache, Mannheim
  • Antonella Sorace, University of Edinburgh
  • Jeanine Treffers-Daller, University of Reading
  • Ianthi Tsimpli, University of Cambridge