Daniel Franz

Daniel Franz
Doktorand
Universität Mannheim
Lehr­stuhl für Alte Geschichte
L 7, 7
68161 Mannheim

Das Dissertations­projekt befasst sich mit den Kriegen des hellenistischen Zeitalters und ihren Auswirkungen auf die zeitgenössische Mentalität. Vor allem das 4. Jh. v. Chr. zeitigte einen tiefgreifenden Wandel im militärischen Bereich. Mein Interesse gilt  “den Kriegern” als eigentlichen Protagonisten militärischer Auseinandersetzungen. Dabei konnte es sich um Monarchen, Söldner oder auch Bürgersoldaten einer Polis handeln. Einen wichtigen Ausgangspunkt meiner Überlegungen bildet der reziproke Zusammenhang von Kriegsführung und Kriegskultur. Krieg wird auf eine bestimmte Weise geführt, was Aspekte wie Taktik, Schlachtordnung und Bewaffnung einschließt. Dies wirkt sich darauf aus, wie Krieg mittels kultureller Ausdrucksformen versinnbildlicht wird. Andererseits wirken sich soziale und kulturelle Dispositionen auch auf die pragmatische Ebene der Kriegsführung aus. Der “Krieger” soll damit zum einen als kulturelles Konstrukt im Spannungs­feld verschiedener Identitäten und Sinnzuschreibungen beleuchtet werden. Dem gilt es das Phänomen Krieg auf der Handlungs­ebene gegenüber zu stellen, wie es etwa in der im angelsächsischen Raum verbreiteten “Face of Battle”- Forschung geschieht.
Die gewonnenen Ergebnisse werden auch in Bezug zu modernen Theorien aus dem Bereich der interdisziplinären Konflikt- und Gewaltforschung gestellt. Damit soll aufgezeigt werden, welches Potential die Altertums­wissenschaften bieten um an moderne Diskurse zu Krieg und Gewalt anzuschließen und einen Beitrag zur Theoriebildung zu leisten.