Mareile große Beilage

Mareile große Beilage
Akademische Mitarbeiterin & Doktorandin
Universität Mannheim
Lehr­stuhl für Alte Geschichte
L 7, 7 – Raum 006
68161 Mannheim
Sprechstunde:
während der Vorlesungs­zeit Di 14–15 Uhr

Dissertations­vorhaben:

Religion und Herrschaft im 1. Jh. n. Chr. – Religiöse Motive in der Kommunikation kaiserlicher Autorität auf Münzen von Augustus bis Trajan (ARBEITS­TITEL)

Auch in modernen Gesellschaften, in denen Herrschaft ohne die Beteiligung breiter Massen ausgeübt werden soll, sind Rituale, ob religiös oder nicht, maßgeblich für die emotionale Gemeinschafts­bildung und damit die Stabilität des politischen Systems. Der Glaube an eine Schicksalsgemeinschaft war auch für die römische Staats­religion konstitutiv. Dass Religion – und gerade der Kult um die Person des Kaisers – für die Stabilität der Kaiserherrschaft in Rom von Bedeutung war, ist dabei längst etabliert. Ich möchte diese Feststellung weiter ausdifferenzieren und fragen, welche Rolle religiöse Traditionen tatsächlich für die Autorität und vor allem die für uns heute noch greifbare Kommunikation des Machtanspruchs eines römischen Kaisers spielten. Auch wenn die Position des Prinzeps im ersten Jahrhundert nicht grundsätzlich sakral begründet wurde, griffen die Kaiser für die Außen­darstellung ihrer Autorität und die Kommunikation ihres Machtanspruchs regelmäßig gezielt auf die kaiserliche Rolle in den traditionellen Kulten oder eine vermeintlich privilegierte Beziehung zu den Göttern zurück.

Ich erhoffe mir einen klaren Blick auf die Thematik über eine Analyse der kommunikativen Funktion religiöser Elemente im Medium Münze. Nichts musste staatliche Autorität klarer, zuverlässiger, allgemeiner und verdichteter ausdrücken als ein Münzstempel. So umfassend wie keine andere Quellengattung machen Münzen die zahlreichen Facetten der Akzeptanz kaiserlicher Herrschaft sichtbar. Gerade im religiösen Bereich, dessen Ikonographie vielfach von beharrlichen Traditionen bestimmt ist, zeigen sich auf Münzen auch die Freiräume in der Ausgestaltung kaiserlicher Autorität und die unterschiedlich starke Fokussierung auf die Person des einzelnen Kaisers. Die Fülle und stabile Überlieferungs­situation des Materials tun ihr Übriges, um die Münzprägung zur meines Erachtens wohl zuverlässigsten und, nachdem einige methodische Fragen geklärt sind, zur am besten zu bearbeitenden Quelle für eine vergleichende Untersuchung zu machen. Schwerpunkte meiner Arbeit sind bisher:

- Priesterämter und Priestergerätschaften auf Münzen
- Beziehung von Kaiser und Göttern im Münzbild (ikonographische Entwicklung, Prägekontexte)


Publikation

  • Four Observations on Mark Antony and the Triumviral Narrative, in: AHB 33.3-4 (2019): 142-148.