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PD Dr. Tanja Skambraks

PD Dr. Tanja Skambraks
Akademische Rätin auf Zeit und Fach­studien­beratung Geschichte (Lehr­amt)
Universität Mannheim
Lehr­stuhl für Mittelalterliche Geschichte
L 7, 7 – Raum 107
68161 Mannheim
Sprechstunde:
Di 16–17 Uhr (Um Voranmeldung per E–Mail wird gebeten, die Sprechstunde kann telefonisch, digital und in Ausnahmefällen in Präsenz stattfinden).

Tanja Skambraks ist seit 2015 akademische Rätin auf Zeit am Lehr­stuhl für Mittelalterliche Geschichte. Hier wurde sie auch 2014 mit einer Arbeit über das Kinderbischofsfest im Mittelalter promoviert. Die Arbeit wurde 2014 mit dem Preis für Sprache und Wissenschaft der Uni Mannheim ausgezeichnet. Mehrere Forschungs­aufenthalte führten sie nach London, Rom, Perugia und Boston. Von 2006 bis 2010 war sie als wissenschaft­liche Mitarbeiterin am Lehr­stuhl für Mittelalterliche Geschichte in Mannheim tätig. 2009 bis 2011 war sie Stipendiatin der Gerda Henkel Stiftung. Das Studium der Mittelalterlichen Geschichte, Anglistik und Kommunikations­wissenschaft absolvierte sie von 1999 bis 2006 an der TU Dresden und der University of Edinburgh.

Die Habilitations­schrift von Tanja Skambraks mit dem Titel „Karitativer Kredit. Die Monti di Pietà, franziskanische Wirtschafts­ethik und städtische Sozialpolitik in Italien (15. und 16. Jahrhundert)“ wurde im Oktober 2020 eingereicht.

Die Arbeit behandelt die Entstehung und Genese der Monti di Pietà („Berge der Barmherzigkeit“) von der Mitte des 15. Jahrhunderts bis ins späte 16. Jahrhundert in Italien. Diese Pfandleihhäuser vergaben Kleinkredite gegen Pfand und einen geringen Zinssatz an die arbeitenden Armen (Handwerker, Tagelöhner, Witwen, etc.). Neben diesen Notkrediten, wie sie auch heute noch in Krisenzeiten gefragt sind, fungierten die Monti auch als Bankinstitute, indem sie Girogeschäfte und Depositeneinlagen anboten. Dieses innovative sozialpolitische Projekt wurde insbesondere von Franziskanern als Wohl­tätigkeits­organisation ohne Gewinnstreben propagiert, von städtischen Oligarchen installiert und von städtischen Beamten geführt.
Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Geschichte des vormodernen (Klein-)Kredits und Bankenwesens sowie der Armenfürsorge und zur Entstehung einer dezentral organisierten städtischen Wohlfahrt in der Vormoderne.

Ihre Forschungs­schwerpunkte sind: Wirtschafts­geschichte im Spätmittelalter, vormoderne Kredit- und Bankengeschichte, Methoden der Wirtschafts­geschichte, europäische Ritual- und Festgeschichte sowie die englische Geschichte. Sie ist Mitbegründerin des Arbeits­kreises für spätmittelalterliche Wirtschafts­geschichte und Vorsitzende dessen Fördervereins. Sie lehrt regelmäßig zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, zur Stadtgeschichte sowie zu religions- und kirchengeschichtlichen Themen.


Veröffentlichungen