Deutsche Rechts­geschichte

Forschungen zur Geschichte der alteuropäischen Normsysteme tragen auf die eine oder andere Art viele Arbeiten am Lehr­stuhl. Das hat schöne Tradition, denn Hiram Kümper ist 2007 in Mannheim bei Karl-Friedrich Krieger schon mit einer rechts­historischen Arbeit über die Rezeption des sächsischen Landrechts in Mittelalter und früher Neuzeit promoviert worden. Seitdem ist er den Rechts­büchern treu geblieben – und hat glücklicherweise immer wieder Kolleginnen und Kollegen, vor allem aber auch kluge Nachwuchs­wissenschaft­ler(innen) gefunden, die diese alte Liebe teilen konnten.

Im Bereich der Rechts­bücherforschung ist auch weiterhin noch einges zu tun – zum Beispiel im Rahmen von Examensarbeiten. Wenn Sie sich das vorstellen können, sprechen Sie doch einmal Hiram Kümper an.

In den letzten Jahren sind dann eine Reihe stadtrechts­historischer Arbeiten entstanden. Da ist auch noch viel Musik drin – glauben Sie’s.

Eine enge Kooperation besteht schließlich mit dem DFG-Projekt 324472552 Visuelle Evidenz: Manuskriptkarten, Geneaologien und ihre Darstellungs­medien in ihrer Funktion als Beweismittel vor dem Reichskammergericht, 1495-1806 (Prof. Annette Baumann, Gießen/Wetzlar).

Wenn Sie sich für Rechts­geschichte interessieren, besuchen Sie auch die Website des Kollegen Falk.

 

Einige einschlägige Veröffentlichungen

  • Hiram Kümper, Zwischen „kaiserlichem Recht-Buch“ und „Reichsgrundgesetz“. Beiträge zur Wirkungs- und Literatur­geschichte der Goldenen Bulle Karls IV. zwischen 1356 und 1806, in: Wolfenbütteler Beiträge 14 (2006), S. 155-191.
  • Hiram Kümper, Hochverrat in Hildesheim. Ein unbekannter Magdeburger Schöffenspruch des Jahres 1544 über die Folter und der Stadtfeind Berthold Rufoit, in: Hildesheimer Jahrbuch 78 (2006), S. 149-153.
  • Hiram Kümper, Sachsenrecht. Studien zur Geschichte des sächsischen Landrechts in Mittelalter und früher Neuzeit (Schriften zur Rechts­geschichte 142), Berlin 2009.
  • Hiram Kümper, Juden vor Gericht im Fürstenstaat der Aufklärung: Die Kontroverse um den Judeneid, in: Aschkenas. Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 17 (2007), S. 499-518.
  • Hiram Kümper, Unbetragen der Geschlechter. Beobachtungen zu Sittlichkeits- und Ehedelikten im Bern des 15. und 16. Jahrhunderts aus dem Urkunden­bestand „Urfehden“, in: Wolfenbütteler Renaissance-Mitteilungen 31 (2007), S. 101-122.
  • Hiram Kümper, Johann III. von Eich (1445-1464) und seine Gerichtsreform. Ein Beitrag zur Rezeption des gelehr­ten Rechts in Franken, in: Jahrbuch für fränkische Landes­forschung 69 (2009), S. 53-93.
  • Hiram Kümper, Goldsucher im Steinbruch? Das ›Deutsche Rechts­wörterbuch‹ und die Rechts­bücherforschung, in: Andreas Deutsch (Hg.), Das Deutsche Rechts­wörterbuch – Perspektiven (Akademiekonferenzen 8), Heidelberg 2010, S. 247-258.
  • Hiram Kümper, Magdeburger Recht. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2012. URL: ome-lexikon.uni-oldenburg.de/55234.html (Stand 21.05.2017).
  • Hiram Kümper, The Injured Body in Context. Outlines for a Legal History of Rape in Pre-Modern Europe (ca. 1250-1750) in a Cultural Perspective, in: Karin Gottschalk (Hg.), Gender Difference in European Legal Cultures. Historical Perspectives. Essays presented to Heide Wunder, Stuttgart 2013, S. 57-69.
  • Hiram Kümper, Obscuritas legum: Traditional Law, Learned Jurisprudence, and Territorial Legislation – the Example of Sachsenspiegel and Ius Municipale Maideburgense, in: Jeff Rider, Alessandro Zirnoi u.a. (Hg.), Obscuritas in Medieval Texts (Medium Aevum Quotidianum. Sonderband 30), Krems 2013, S. 124-144.
  • Hiram Kümper, Wann wurde Notzucht ein Sexualverbrechen? Konzepte sexueller Gewalt, ihre Judizierungs- und Historisierungs­hürden, in: Peter Wiesflecker u.a. (Hg.), Tabu, Trauma und Triebbefriedigung. Aspekte erlittener und geschauter Gewalt (Grazer Universitäts­schriften 22), Graz 2014, S. 136-171.
  • Hiram Kümper u. Madeline H. Caviness, The Facsimile of the Sachsenspiegel Manuscripts in Wolfenbüttel and Oldenburg planned by Christian Ulrich Grupen (1692-1767) and its Legacy in the Nineteenth Century, in: Volker Schier, Corinne Schleif (Hg.), Manuscripts Changing Hands. Handschriften wechseln von Hand zu Hand (Wolfenbütteler Mittelalter-Studien 31), Wiesbaden 2016, S. 283-332.
  • Hiram Kümper, Die Stadtrechts­verleihung von 1266 im Kontext der Rechts- und Verfassungs­geschichte der Stadt Arnstadt zwischen Hochmittelalter und Anbruch der Neuzeit (Veröffentlichungen des Vereins Stadtgeschichte Arnstadt), Arnstadt 2016.

 

Qualifikations­arbeiten

  • Christina Sprick, Sachsenrecht am Niederrhein. Eine vergleichende kodikologische Analyse der Kalkarer Sachsenspiegelhandschrift (BA, Univ. Bielefeld, 2013, ausgezeichnet mit dem Claudia-Huerkamp-Preis der Universität Bielefeld).
  • Jan Siegemund, Lübecker Urfehdewesen im 15. Jahrhundert: auf Grundlage der überlieferten Urfehdebriefe des Historischen Archivs (BA, Univ. Mannheim, 2014).
  • Alexander Borrmann, Germanistische Rechts­geschichte und deutsche Nationalbewegung 1806 bis 1849 (MA, Univ. Mannheim, 2015).
  • Kira Keßler, Die Behandlung von Gewaltverbrechen in der „Summa totius Brodii“ (nach der Handschrift Nordhausen, Stadtarchiv Best. 1.2., II Nc 1) (BA, Univ. Mannheim, 2016; ausgezeichnet mit dem Artes-liberales-Preis 2017).
  •  Nicole Seitz, Policey-Ordnung einer schwäbischen Kleinstadt: Transkription und Kommentar der Bissinger Policey-Ordnung von 1603 (BA, Univ. Mannheim, 2018).
  • Nicolas Weicker, Gerichtliche Konflikte im Neckerauer Dorfbuch (BA, Univ. Mannheim, 2019)