Team

Mann mit Brille, kurzen blonden Haaren und schwarzer Weste vor dem Eingang des Mannheimer Schlosses

Dr. Max-Quentin Bischoff

Lehr­beauftragter
Universität Mannheim
Lehr­stuhl für Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit
L 7, 7 – Raum 308
68161 Mannheim

Max-Quentin Bischoff studierte an der hiesigen Universität „Kultur & Wirtschaft: Geschichte“ mit BWL im Beifach. 2019 schloss er sein Studium mit einer Arbeit zu den Totenbüchern von Schwäbisch Hall im 17. Jahrhundert ab und wandte sich an der Universität Antwerpen im Rahmen des ERC-Projektes Back to the future: future expectations and actions in late medieval and early modern Europe, c. 1400–c. 1830 der Geschichte der Zukunft zu. 

In seiner Dissertation Merchants' Futures: Plans and expectations in the Tucher family company, c. 1520–c. 1550 unter­sucht Bischoff auf der Grundlage von 178 Briefen, wie die Familie Tucher zukünftige Entwicklungen in den Bereichen Handel, Organisation und Familien­strategie anti­zipierte, diskutierte und bewältigte. Dabei kann er zeigen, dass fast die Hälfte eines durchschnittlichen Geschäfts­briefes zukünftige Handlungen oder Ereignisse betraf, was einen überwiegend kurzfristigen und handlungs­orientierten Zukunftshorizont offenbart, der sowohl von praktischen Belangen als auch von rhetorischen Konventionen geprägt war.
Darüber hinaus werden in der Arbeit interne Planungs­prozesse innerhalb des Unter­nehmens unter­sucht, die von der Koordination der Bediensteten und organisatorischen Anpassungen bis hin zur langfristigen Ausbildung der Söhne reichten, um den Fortbestand des Familien­unter­nehmens zu sichern. Schließlich werden auch die Markt­erwartungen hinsichtlich Zinssätzen, Wechselkursen und Safranpreisen sowie ein umstrittener Versuch des Bediensteten Christoph Kurz analysiert, ein Prognose­system zu entwickeln, das Astrologie und Markt­mechanismen kombinierte.