Dr. Maria Alexopoulou

Dr. Maria Alexopoulou

Research Fellow
Universität Mannheim
Lehr­stuhl für Zeitgeschichte
L 7, 7
Historisches Institut L 7, 7 – Raum 304
68161 Mannheim
Sprechstunde:
nach Vereinbarung

Habilitandin am Lehr­stuhl für Zeitgeschichte und seit 1.10.2020 wissenschaft­liche Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, mit einem Forschungs­projekt im Rahmen des Forschungs­instituts für gesellschaft­lichen Zusammenhalt. Maria Alexopoulou promovierte an der FU Berlin mit einer Dissertation am John -F.- Kennedy Institut mit dem Titel „Ethnic Foreign Policy in den Vereinigten Staaten von Amerika: Die Griechisch-Amerikaner (1964-1978)“. Sie beschäftigt sich seit längerem als Public und Oral Historian, von 2013 bis 2014 auch im Rahmen eines soziologischen Projekts, mit der Geschichte und Gegenwart der Einwanderungs­gesellschaft Deutschland. Zurzeit arbeitet sie an einer Studie zur neueren Mannheimer Migrations­geschichte und an einem Post-Doc Forschungs­vorhaben zu den Wirkungs­weisen von Rassismus auf die Einwanderungs­gesellschaft Deutschland. Gemeinsam mit dem Lehr­stuhl­inhaber Prof. Dr. Philipp Gassert beteiligt sie sich an einem Projekt zur Inklusion der neueren Migrations­geschichte in die Erinnerungs­kultur des deutschen Südwestens. Seit Oktober 2019 ist sie Stipendiatin der Fritz-Thyssen-Stiftung.


  • Forschung

    Forschung

    • Migrations­forschung, Neuere Deutsche Migrations­geschichte
    • Geschichte und Theorie des Rassimsus
    • Oral History Projekte
    • Public History Projekte, Archivierungs­projekte
    • Amerikanische Geschichte (Schwerpunkt Außen­politik und Ethnizität)
    • Griechische Geschichte

    Habilitations­projekt

    „Ausländer“ und „Deutsche“ – Rassistisches Wissen und die Transformation Deutschlands in eine Einwanderungs­gesellschaft

    Seit den 1960er Jahren setzte in Westdeutschland ein Prozess ein, in dem sich die Bundes­republik widerwillig und nur langsam von der Idee zu verabschieden begann, ein „Nichteinwanderungs­land“ zu sein: Ein Teil der als vorübergehende „Gäste“ verstandenen Arbeits­migrant*innen wurde sesshaft, ihre Familien zogen nach, hinzu kamen viele Menschen, die als Asylsuchende in die Bundes­republik migrierten. Das vorliegende Projekt untersucht gesellschaft­liche und politische Aushandlungs­prozesse der sozialen Konzepte „Deutscher“ und „Ausländer“ zwischen den 1960er und 1990er Jahren, in denen sich die Bundes­republik zu einer Einwanderungs­gesellschaft wandelte. Grundhypothese ist, dass die damit verbundenen Diskurse und Praktiken durch tradierte rassistische Wissensbestände geprägt waren, die in der Folge immer wieder reproduziert, aber auch transformiert und in Frage gestellt wurden.

    Rassismus ist ein diachrones Phänomen, das in unterschiedlichen zeitlichen und räumlichen Kontexten verschiedene Ausprägungen angenommen hat. Autoren wie Etienne Balibar und Stuart Hall postulierten in den 1980er Jahren einen “Rassismus ohne Rassen”: Zwar sei der Begriff ‚Rasse‘ aus öffentlichen Diskursen (zumindest in Europa) verschwunden, nicht aber das Phänomen Rassismus als Denkmuster und Praxis. Neue Begrifflichkeiten wie “Ideologien der Ungleichwertigkeit” oder auch Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit, die besonders in Deutschland gebräuchlich sind, verstellen dabei geradezu den Blick auf die historische Kontinuität des Phänomens Rassismus. Im Kontext meiner Studie möchte ich Rassismus nicht als Ideologie verstanden wissen, sondern als Komplex von Wissensbeständen, die in Institutionen, Strukturen, Alltags­praktiken und Denkmustern auch in der „Mitte der Gesellschaft“ eingeschrieben waren und noch sind und welche die Binarität von „Ausländer“ und „Deutscher“ konstituiert und lange stabilisiert haben.

    Die Untersuchung erfolgt anhand von drei Fall­studien:

    1. Die internen Diskurse der politischen Entscheidungs­träger und die Verwaltungs­praktiken rund um die Themen Einwanderung und Einbürgerung auf allen gouvernementalen Ebenen.
    2. Eine Mentalitätsgeschichte der deutschen Bevölkerung in ihrem Bezug zu den „Ausländern“.
    3. Die Widerspiegelung dieser gouvernementalen und alltäglichen Diskurse und Praktiken bei den Migrant*innen sowie deren Selbstpositionierung zu Einwanderung und Einbürgerung.

    Ziel der Untersuchung wird es sein herauszuarbeiten, wie relevant diese Grenzsetzung der „Deutschen“ zu den „Ausländern“, wie sie durch die formaljuristischen Vorgaben stabilisiert wurde und auf der Alltagsebene lange dominierte, für die Entwicklung der Einwanderungs­gesellschaft Deutschland war, wo sich Zäsuren ergaben und wo Kontinuitäten bleiben. Die Antworten auf diese Fragen haben letztlich das Potential, eine Neu­bewertung des Weges der Bundes­republik in ein pluralistisches und demokratisches Staats- und Gesellschafts­gebilde nötig zu machen und damit ein neues „nationales Narrativ“ zu erfordern.

     

  • Publikationen

    Publikationen

    • Zweierlei Übergang – Wohnen für volksdeutsche Aussiedler*innen und asylsuchende Außereuropäer*innen in den 1970er Jahren, in: WerkstattGeschichte 81, 2020, S. 85-100.
    • „Wir sind auch das Volk!“ Das deutsche Volk in der Transformation der Bundes­republik zur Einwanderungs­gesellschaft, in: Jahrbuch für Antisemitismusforschung 28 (2019), S. 225-254.
    • ‘Ausländer’ – A Racialized Concept? ‘Race’ as an Analytical Concept in Contemporary German Immigration History, in: Arghavan, Mahmoud u.a. (Hg.): Who Can Speak and Who is Heard/Hurt? – Facing Problems of Race, Racism and Ethnic Diversity in the Humanities in Germany, Bielefeld 2019, S. 45–67.
    • mit Michael Woywode, Wie kann man Gründer mit Migrations­hintergrund be­fähigen – Kulturelle Unterschiede und ihre Rolle in der Gründungs­beratung. Eine kritische Reflexion, in: Seifried, Jürgen/Bernd-Joachim Ertelt/Andreas Frey (Hg.), Beruf, Beruflichkeit, Employability,  wbV (Berlelsmann Verlag), 2019.
    • Rassismus als Kontinuitätslinie in der Bundes­republik Deutschland, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 38/39, 2018, [Zum Artikel].
    • Producing Ignorance: Racial Knowledge and Immigration in Germany, in: historyofknowledge.net, 25.07.2018 [zum Artikel].
    • Blinde Flecken innerhalb der zeithistorischen Forschung in Deutschland. Eine Antwort auf Martin Sabrows Kommentar „Höcke und Wir“, in: Zeitgeschichte-online, Februar 2017.
    • Vom Nationalen zum Lokalen und zurück? Zur Geschichtsschreibung in der Einwanderungs­gesellschaft Deutschland, in: Archiv für Sozialgeschichte 56, 2016, S. 463-484. [Online finden Sie den Artikel hier]
    • Mannheim Translokal. Aspekte der neueren Mannheimer Migrations­geschichte (In Progress)
    • “Der Feind heißt Gewalt”, in: MiGAZIN. Migration in Germany (12.1.2017)
    • Beiträge zum Ausstellungs­katalog: “Migration im Quadrat. 25 Mannheimer Biographien”, Nieß, Ulrich/ Philipp Gassert (Hg.), Mannheim 2016.
    • “Jetzt – Eine große Chance?”, in: MiGAZIN. Migration in Germany (24.11.2015)
    • “Endlich sind wir die Guten” in: MiGAZIN. Migration in Germany (6.10.2015)
    • „Interkulturelle Beratung“? Ansätze bei der Gründungs­beratung in der Einwanderungs­gesellschaft Deutschland – eine kritische Reflexion, ifm Mannheim (Hg.), IQ-Netzwerk Baden-Württemberg, Mannheim 2014.
    • „Alle Wege führen nach Mannheim“. Oral History und Buch­projekt im Rahmen des Mannheimer Aktions­plans für Toleranz und Demokratie (in Kooperation mit dem Stadtarchiv Mannheim). Seit Januar 2012; Publikation in Arbeit.
    • „Ethnic Foreign Policy und Idenditätsbildung: Die Griechisch-Amerikaner (1964-1978)“, Transatlantische Historische Studien, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2010.
    • Beiträge und Mitherausgabe des Katalogs zu einer Ausstellung zur Mannheimer Migrations­geschichte im Rahmen des 400. Mannheimer Stadtjubiläums (“Die Unmündigen” e.V.; gefördert durch die Stadt Mannheim), 2007. Wissenschaft­liches und künstlerisches Kuratieren der Ausstellung.
    • Mitarbeit im Dokumentarfilm „Man lebt nicht nur von Brot allein“ (“Die Unmündigen” e.V.), 2006 (Drehbuch).
    • Beiträge und Mitherausgabe des Katalogs zur Ausstellung „gesternJahre“, Privatdruck (“Die Unmündigen” e.V.), Mannheim 2005 (gefördert durch das Bundes­programm „entimon“). Wissenschaft­liches und künstlerisches Kuratieren der Ausstellung.
    • Genealogie der Familie Engelhorn, Privatdruck, Friedrich Engelhorn-Archiv e.V., Mannheim 2004.
    • „Die Nationale Jugend­organisation des Metaxas-Regimes (1936-41) – Instrument der Umwandlung Griechenlands“, in: Bulletin für Faschismus- und Weltkriegsforschung, 17 (2001), S. 36-65.
  • Lebenslauf

    Lebenslauf

    Maria Alexopoulou ist seit Februar 2015 akademische Mitarbeiterin am Lehr­stuhl für Zeitgeschichte der Universität Mannheim. Sie studierte Geschichte und Philosophie an der Universität Heidelberg und promovierte im Fach Neue Geschichte an der Freien Universität Berlin. Neben ihrer freiberuflichen Tätigkeit als Archivarin, beschäftigte sie sich als Kuratorin, Lehr­beauftragte (Universität Heidelberg), Oral Historian und Autorin mit der Neueren Deutschen Migrations­geschichte. Von 2013 bis Ende 2014 war sie Mitarbeiterin am Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim als Expertin für das Thema Migration.

     

    Mitgliedschaften

  • Lehre

    Lehre

    Hauptseminare

    • Die Musealisierung von Migration (mit Prof. Dr. Philipp Gassert und Dr. Anne Mahn (Technoseum Mannheim)) (FSS2018)
    • Postkoloniale Theorien und Geschichts­wissenschaft (mit Prof. Dr. Philipp Gassert) (HWS 2016)

    Proseminare

    • „Trump und die Mauer zu Mexiko“ – US-Einwanderungs­politik seit dem 19. Jahrhundert (HWS 2018)
    • Der Nahost-Konflikt – Genese und Entwicklung bis zum Ende der ersten Intifada (1916-1993) (FSS 2018)
    • “Volksgemeinschaft”-Geschichte eines Konzepts (FSS 2017)
    • Geschichte von Flucht und Asyl im 20. Jahrhundert (HWS 2016)
    • Das US-amerikanische Civil Rights Movement (FSS 2016)

    Übungen

    • Historische Methodenwerkstatt und Forschungs­designs (FSS 2017)
    • Oral History Workshop – Migration in Mannheim (HWS 2015)
    • Konzepte und Begriffe der neueren deutschen Migrations­geschichte (FSS 2016)

    Historisches Seminar Heidelberg

    • Begriffe und Konzepte der neueren deutschen Migrations­geschichte (SoSe 2012)
    • Migrations­geschichte lokal: Quellenrecherche zur neueren Migrations­geschichte in der Region (WiSe 2009/10)
    • Oral History Workshop: Migranten in Heidelberg (SoSe 2009)