Wozu verrückte Theorien studieren?

Zur Bedeutung der Philosophiegeschichte

Öffentlicher Vortrag am Welttag der Philosophie

Anlässlich des UNESCO Welttags der Philosophie lädt das Philosophische Seminar der Universität Mannheim zu einem öffentlichen Abendvortrag von Herrn Prof. Dr. Dominik Perler am Donnerstag, den 19. November 2026 um 19:00 Uhr, in die Aula des Mannheimer Schlosses und auf ZOOM ein. Im Anschluss findet ein Empfang in den „Katakomben“ des Mannheimer Schlosses statt.

Zur besseren Planung von Vortrag und Empfang bitten wir um eine Anmeldung. Eine spontane Teilnahme ist auch ohne vorherige Anmeldung möglich.

Information zu Vortrag und Person

Eine Beschäftigung mit der Philosophiegeschichte, so wird häufig argumentiert, ist wichtig, weil viele ältere Theorien die Grundlage für heutige Theorien gelegt haben und immer noch überzeugend sind. Doch warum sollte man Theorien studieren, die vollkommen veraltet oder gar falsch erscheinen? Wäre es nicht besser, sie einfach zu ignorieren? 
Der Vortrag stellt sich dieser Herausforderung, indem er sich exemplarisch mit zwei „verrückten“ Theorien beschäftigt: Aristoteles’ Theorie über natürliche Sklaverei und Malebranches Theorie über Gott als einzige Ursache in der Welt. Es soll gezeigt werden, dass sich eine Beschäftigung mit diesen Theorien lohnt. Sie verdeutlichen nämlich die enge Verflechtung von Ideologie und Philosophie, machen aber auch auf grundlegende Probleme aufmerksam, die in angeblich vernünftigen Theorien kaum sichtbar werden. Ältere Theorie sind gerade dann von Bedeutung, wenn sie zu einer Reflexion über scheinbar selbstverständliche Annahmen herausfordern.   

Prof. Dr. Dominik Perler ist Professor für Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und Co-Sprecher der Kollegforschungs­gruppe Human Abilities.

Er studierte an den Universitäten Fribourg (Dr. phil. 1991), Bern und Göttingen (Habilitation 1996), war Fellow of All Souls und Lecturer an der University of Oxford (1996-97) und Ordinarius für Philosophie an der Universität Basel (1997-2003). Gastprofessuren und Fellow­ships führten ihn u. a. an die University of California at Los Angeles, die Universität Tel Aviv, die University of Wisconsin-Madison, die Université libre de Bruxelles, die University of Toronto, die Princeton University, die École Normale Supérieure in Paris, die École Pratique des Hautes Études in Paris, die University of Sydney und das Wissenschafts­kolleg zu Berlin.

2006 wurde ihm der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis verliehen. Er ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Academia Europaea. 2014 erhielt er eine Ehrenpromotion der Universität Louvain. Er amtierte als Präsident der European Society for Early Modern Philosophy und der Deutschen Gesellschaft für Philosophie. Er hatte Leitungs­funktionen in mehreren Forschungs­verbünden, u. a. im European Science Foundation Projekt „From Natural Philosophy to Science“  und im Exzellenzcluster „Topoi“.

Seine Forschung konzentriert sich auf die Philosophie des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, vor allem auf Probleme der Philosophie des Geistes, der Er­kenntnistheorie und der Ontologie. Er ist Mitglied des Beirats mehrerer Zeitschriften, dar­unter Journal of the History of Philosophy, British Journal for the History of Philosophy, History of Philosophy Quarterly, Vivarium, Archiv für Geschichte der Philosophie, Zeitschrift für philosophische Forschung, Oxford Studies in Medieval Philosophy.

Quelle: https://www.philosophie.hu-berlin.de/de/arbeitsbereiche/theorie/mitarbeiter/perler


Der UNESCO Welttag der Philosophie wird weltweit am dritten Donnerstag im November begangen. Er soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf philosophische Fragen und auf die Philosophie als Disziplin lenken.

Präsenz­veranstaltung:
Donnerstag, 19. November 2026, 19:00 Uhr
Universität Mannheim, Aula (Schloss, Ostflügel, 1. OG)

Online-Über­tragung via ZOOM:

– Der Link zur ZOOM-Veranstaltung wird am Do 19.11. um 18 Uhr an dieser Stelle freigeschaltet –