Martin Brecher, M.A., M.Litt.

Martin Brecher, M.A. M.Litt.
Akademischer Mitarbeiter
Universität Mannheim
Lehr­stuhl Philosophie II
L 9, 5 – Raum 003
68161 Mannheim
Sprechstunde:
im Semester: Di 14–16 Uhr
in der vorlesungs­freien Zeit: siehe Homepage bzw. Aushang

Hinweis: Solange der Lehr­betrieb aufgrund der Coronavirus-Pandemie unterbrochen ist, entfallen die offenen Sprechstunden der Studien­beratung des Philosophischen Seminars. Bitte kontaktieren Sie Herrn Brecher per E-Mail.

Sprechstunden in der vorlesungs­freien Zeit

Während der vorlesungs­freien Zeit finden virtuelle Sprechstunden (via ZOOM oder Telefon) nach vorheriger Termin­vereinbarung per e-Mail statt. Aufgrund der Corona-Situation finden vorerst keine Präsenzsprechstunden statt.


Martin Brecher ist akademischer Mitarbeiter am Lehr­stuhl Philosophie II der Universität Mannheim. Er hat Philosophie mit den Nebenfächern Psychologie und Neuere deutsche Literatur an der Universität Bonn (M.A., 2010) und Philosophie an der University of St. Andrews (M.Litt., 2008) studiert. Von Oktober 2010 bis Juni 2020 war er Doktorand an der Universität Bonn. Nach Forschungs­aufenthalten in Göttingen (Sommer 2013) und an der Brown University (Winter 2013/14) ist Martin Brecher seit April 2014 akademischer Mitarbeiter am Philosophischen Seminar der Universität Mannheim.

Er forscht vor allem zur Philosophie Immanuel Kants und Thomas Reids sowie zur Moral-, Rechts- und politischen Philosophie der Neuzeit, insbesondere zum Naturrecht der Aufklärung. In seiner Dissertation hat Martin Brecher eine umfassende Studie zu Immanuel Kants Eherecht (Betreuung: Prof. Dr. Christoph Horn, Bonn) erarbeitet. Daneben interessiert er sich besonders für die Philosophie der Antike und die praktische Philosophie der Gegenwart.

Seine Lehr­tätigkeit erstreckt sich auf Themen der Geschichte der Philosophie (Kant, Reid,  Hobbes, Pufendorf, Descartes, Hume und Thomas von Aquin) und der Praktischen Philosophie (Gerechtigkeits­theorien, Straftheorien, Diskursethik, Populations­ethik, Sexualität und das Verhältnis der Geschlechter) sowie der Religionsphilosophie der Aufklärung.

Während seines Studiums wurde Martin Brecher von der Studien­stiftung und während der Promotion vom Cusanuswerk gefördert. Seine Magisterarbeit über die Moralphilosophie von Thomas Reid wurde 2010 mit dem Kant-Preis des Instituts für Philosophie der Universität Bonn ausgezeichnet.

Neben seiner Lehr- und Forschungs­tätigkeit ist Martin Brecher u.a. für die Studien­beratung zuständig und fungiert als Assistent der Geschäftsführung des Philosophischen Seminars.


    Dissertations­projekt

  • Würde der Menschheit und Zweck der Natur: Eine Rekonstruktion von Kants Eherecht und Sexualethik

    Martin Brecher

    Betreuer: Prof. Dr. Christoph Horn, Universität Bonn

    Die Dissertation hat zum Ziel, Kants notorische Auffassungen von Ehe und Sexualität zu klären, indem sie diese im systematischen Zusammenhang seiner Rechts- und Moralphilosophie rekonstruiert und im historischen Kontext des Naturrechts der Aufklärung situiert. Die drei Teile der Arbeit widmen sich (I.) Kants Verdinglichungs­these, der zufolge Akteure sich beim (nicht-ehelichen) Geschlechtsverkehr zur Sache bzw. zum bloßen Mittel machen und damit ihre Würde als Vernunftwesen verletzen, (II.) Kants Konzeption der vernunftrechtlichen Ehe, in welcher die Verdinglichungs­problematik insofern gelöst werde, als die Partner einander in Form eines „auf dingliche Art persönlichen Rechts“ lebenslang und exklusiv „besitzen“,  sowie (III.) der normativen Relevanz des „Naturzwecks“ der Fortpflanzung für Kants Eherecht und Sexualethik. – Die Arbeit stellt damit die philosophiehistorische Basis bereit für eine objektive und differenzierte Auseinandersetzung mit Kants Position im Rahmen gegenwärtiger systematischer Diskussionen über Ehe, Sexualität und Fortpflanzung.


Publikationen

  • Brecher, M. (2018). „Ehelicher Geschlechtsgebrauch und Fortpflanzungs­zweck in §7 der Tugendlehre“. In V. L. Waibel u.a. (Hrsg.), Natur und Freiheit: Akten des XII. Internationalen Kant-Kongresses, Berlin/Boston: de Gruyter, S. 1761–1768. https://doi.org/10.1515/9783110467888-161
  • Brecher, M. (2018). „Ein Zwangs­recht auf Geschlechtsverkehr? Das kantische Vernunftrecht und die ‚eheliche Pflicht‘“. Aufklärung: interdisziplinäres Jahrbuch zur Erforschung des 18. Jahrhunderts und seiner Wirkungs­geschichte, 30, S. 93–118.
  •  Brecher, M. (2012). „Zum Problem der inneren Rechts­pflicht bei Kant“. In A. Kaniowski u.a. (Hrsg.), Rechts­staatlichkeit: Kant. Lódz: Wydawn. Uniwersytetu Łódzkiego (Łódz University Press), S. 77–85.
  • Brecher, M. (2011). „Die normative Redundanz un­spezifischer Rechte“. XXII. Deutscher Kongress für Philosophie: Sektions­beiträge (Online-Publikation des Vortragsmanuskripts). https://doi.org/10.5282/ubm/epub.12618
  • Übersetzung (zusammen mit Corinna Mieth) von Abraham Roth: „Handlungs­erklärungen durch Gründe: kausal, singulär und situativ“, in: Christoph Horn und Guido Löhrer (Hrsg.): Gründe und Zwecke. Texte zur aktuellen Handlungs­theorie. Berlin: Suhrkamp 2010, S. 139–190.

Gutachter­tätigkeit

Journal of Moral Philosophy (2015), Philosophical Quarterly (2017)