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Annika Frank

Kein „nationalist superhero“. Identität und Politik in deutschsprachigen Superheldencomics [Arbeits­titel]

Wie ihre amerikanischen Vorbilder entwerfen deutschsprachige Superheldencomics komplexe Figuren, spielen mit unterschiedlichen Konzeptionen von Identität und nehmen darüber Bezug auf Diskurse, die die Öffentlichkeit und das Publikum beschäftigen. Das Dissertations­vorhaben fragt danach, wie deutsche Superheldencomics auf die amerikanischen Prätexte rekurrieren, welche Anschlüsse sie prozessieren und welche Modifizierungen sie im Sinne eines Kulturtransfers vornehmen. Zum Korpus zählen Texte seit den 1980er Jahren (z.B. Flattermann) bis zur Gegenwart (z.B. Austrian Superheroes und Das UPgrade).

 

Elena Gladkova

Verhandlungen der Ukraine-Krise in deutschsprachigen Medien – Text, Theater, Film.

Die Arbeit setzt sich mit den Dokumentations­strategien der Ukraine-Krise in deutschen Medien auseinander. Im Zusammenhang mit den Ereignissen, die sich seit Mitte November 2013 in der Ukraine abspielen, wird im deutschsprachigen Raum eine große Menge von verschiedenen ‚Texten‘ – im weiten Sinne dieses Wortes – produziert, mit dem Ziel die politische und soziale Lage der Ukraine zu dokumentieren und zu analysieren. Gleichzeitig, so die These der vorliegenden Arbeit, wird die Dokumentation der Proteste und des Bürgerkriegs in der Ukraine, einem Land im Zentrum Europas, in Deutschland zur Projektions­fläche für die Auseinandersetzung mit der europäischen Identitätskrise.

 

Katja Holweck

Ernste Spiele. Zum dramatischen Œuvre Christian Dietrich Grabbes [Arbeits­titel]

C. D. Grabbe gehört zu den für die Entwicklung des modernen Theaters zentralen Dramatikern des frühen 19. Jahrhunderts. So bricht seine Dramaturgie über ihr agonal organisiertes Spiel mit den inhaltlichen und formalen Konventionen des Dramas mit der zeitgenössischen Theaterpraxis und rüstet so das Genre für die Moderne auf und um. Das genretheoretisch und literatur­historisch ausgerichtete Dissertations­vorhaben nimmt Grabbes ‚Modernetauglichkeit‘, seine par force betriebende ‚Arbeit am Drama‘ im Spannungs­feld von Tradition und Innovation in den Blick und untersucht hierzu, wie sich der Autor mit seinen verwerfungs­reichen Texten auf dem dramatischen Terrain zwischen Weimarer Klassik und Vormärz verortet. In den Fokus der exemplarischen Lektüren verschiedener, aus Grabbes früher, mittlerer und später Dramenproduktion stammender Texte rücken die Strategien seiner Selbstinszenierung, Autor- und Werkpolitik, sein zwischen Ernst und Scherz, Affirmation und Subversion oszillierendes Spiel mit Prätexten und Genrekonventionen sowie nicht zuletzt die Frage danach, wie Grabbes aus Irritation und Ambiguität setzende Poetik ästhetische Modi vorwegnimmt, die für das Theater der Gegenwart virulent sind.

[Gefördert im Rahmen der Landes­graduierten­förderung Baden-Württemberg]

 

Amelie Meister 

Von Wolfgang Herrndorf Lesen lernen. Studien zum Gesamtwerk [Arbeits­titel]

Das Dissertations­projekt bestimmt eine für Wolfgang Herrndorf spezifische Poetologie und projektiert die erste zusammenhängende monografische Analyse seines Gesamtwerks. Die Notwendigkeit einer makroperspektivischen Interpretation ergibt sich aus den  Beobachtungen, dass erstens in Herrndorfs autobiographischem Blog Arbeit und Struktur die Idee des Gesamtwerkes vehement propagiert wird und sich zweitens das Thema „Literatur­wissen“ als strukturbildendes, alle Texte verbindendes Element ausmachen lässt. Diese Zusammenhänge sollen literatur­wissenschaft­lich aufgearbeitet werden.

[Gefördert durch ein Promotions­stipendium des Evangelischen Studien­werks Villigst]

 

Antonia Villinger

Dramen der Schwangerschaft. Recht, Religion, und Geschlecht bei Friedrich Hebbel [Arbeits­titel]

Schwangerschaft, so die grundlegende These des Dissertations­projekts, avanciert in den Dramen Friedrich Hebbels zum zentralen Phantasma und fungiert als Verbindungs­punkt von Macht, Sexualität, Religion und Recht. Fokussiert werden im Rahmen der Dissertation die drei Tragödien Judith (1840), Genoveva (1841) und Maria Magdalena (1844), in denen der schwangere Körper als Faszinations­ort einerseits Phantasmen, Wünsche und Imagination auf der Figurenebene evoziert – wie etwa die Selbstgeburtsphantasien des Tyrannen Holofernes; auf der Handlungs­ebene wiederum fordert der schwangere Frauenkörper Entscheidungen heraus, wird handlungs­leitend. Entsprechend wird Schwangerschaft in den Dramen zum Screen für Körperbilder, -erfahrungen und -wahrnehmungen, wodurch Geschlechter- sowie auch Körperkonzepte problematisiert und Gesellschafts­hierarchien hinterfragt werden.

[Gefördert durch ein Promotions­stipendium der Studien­stiftung des deutschen Volkes und im Rahmen der Landes­graduierten­förderung Baden-Württemberg]

 

Olga Vrublevskaya

Das Diskurstheater der Gegenwart: Versuch einer Systematisierung [Arbeits­titel]

Im Mittelpunkt dieses Promotions­projekts steht das sogenannte Diskurstheater – ein Begriff, der in der Forschung primär mit dem theatralen Schaffen des gegenwärtigen Autors und Regisseurs René Pollesch in Verbindung gebracht wird. Dies liegt vor allem am markanten Umgang mit unterschiedlichen theoretischen Ansätzen, die der Theatermacher zusammen mit den Schauspielern für die Bühne transformiert. In diesem Kontext wird der Diskurs mit der Theorie gleichgesetzt, sodass das Diskurstheater vor allem mit dem Theorie-Theater assoziiert wird. Das Projekt zielt somit darauf ab, herauszuarbeiten, im welchen Verhältnis das Diskurs- und Theorie-Theater zueinander stehen, welche weitere Ausprägungen des Diskurstheaters sich, je nach verwendetem Diskurs-Begriff, erkennen lassen sowie welche Autoren und Regisseure neben Pollesch die Merkmale des Diskurstheaters in ihren Stücken aufweisen.