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In the mood for love (2000)

Filmkritik:

Wong Kar-wais Meisterwerk In the Mood for Love zählt zu den eindrucksvollsten Filmen des modernen asiatischen Kinos. Der 98-minütige Spielfilm entstand in Hongkong und wurde von Wong Kar-wai inszeniert, der für seine poetische Bildsprache und besondere Erzählweise bekannt ist.

Der Film spielt im Hongkong der 1960er-Jahre und erzählt die Geschichte von Mrs. Chan (Maggie Cheung (Hero (2002), Das of Being Wild (1990)), einer Sekretärin, und Mr. Chow (Tony Leung Chiu-wai (Shang-Chi and the legend of the Ten Rings (2021), Infernal Affairs (2002)), einem Journalist. Sie ziehen unabhängig voneinander mit ihren Ehe­partner*innen in dasselbe Mietshaus. Sie leben in beengten Wohn­verhältnissen und begegnen sich zunächst nur flüchtig. Durch Zufall entdecken die beiden jedoch, dass ihre jeweiligen Ehe­partner*innen eine Affäre haben. Aus dem gemeinsamen Schmerz entsteht eine vorsichtige Nähe. Sie beginnen, mehr Zeit miteinander zu verbringen, um über ihre Situation zu reden und das Verhalten ihrer Partner*innen nachzuvollziehen. Eine offene Liebesgeschichte entsteht aber nicht, trotz mehrerer Möglichkeiten. Statt lauter Dramatik setzt der Film auf Andeutungen, Blicke und Wiederholungen.

Der inhaltliche Fokus liegt auf emotionaler Zurückhaltung und unausgesprochenen Gefühlen. Die Handlung wirkt schlicht, ist aber bewusst reduziert erzählt und entwickelt gerade dadurch eine außergewöhnliche Intensität. Die stilisierte Ästhetik unter­stützt das durch enge Räume, gedämpfte Farben sowie Regenszenen und bekräftigt die melancholische Stimmung, welche sich über den gesamten Film erstreckt. Die Musik, insbesondere das wiederkehrende Motiv von Shigeru Umebayashi, verstärkt die Stimmung und trägt entscheidend zur Atmosphäre bei.

Wong Kar-wai vermittelt dem Publikum das Gefühl einer Liebe, die nie die Chance bekommt, sich zu entfalten. Er zeigt, wie sehr der richtige Zeitpunkt sowie gesellschaft­liche Erwartungen Menschen prägen können. Die Inszenierung wirkt dabei zeitlos und beweist, dass große Emotionen oft in leisen Momenten stattfinden.

Meiner Meinung nach überzeugt der Film besonders durch seine elegante Bildsprache und die feinfühligen Darstellungen von Maggie Cheung und Tony Leung Chiu-wai. Beide Figuren wirken glaubwürdig und verletzlich. Obwohl der Film langsam erzählt ist, bleibt er durchgehend fesselnd, weil jede Szene wie ein kleines Kunstwerk wirkt. Der Film lehrt subtile Kommunikation zwischen Menschen und zeigt, wie Beziehungen auch ohne Worte existieren können.

Empfehlen würde ich diesen Film allen, die poetische, atmosphärisch dichte Geschichten mögen, insbesondere Jugendlichen und Erwachsenen, die Freude an stilvollem, emotional ehrlichem Kino haben.

Sprache: Kantonesisch, englische Unter­titel