Grischa Sutterer

Grischa Sutterer

Universität Mannheim
Neuere und Neueste Geschichte
L 7, 7
68161 Mannheim

Grischa Sutterer ist Doktorand am Lehr­stuhl für Neuere und Neueste Geschichte. Er studierte Geschichts­wissenschaft und Soziologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Darüber hinaus war er als freier Mitarbeiter bei der Landes­zentrale für politische Bildung Baden-Württemberg tätig. Nach Abschluss des Studiums absolvierte er ein Praktikum am Zentrum für Militärgeschichte und Sozial­wissenschaften der Bundes­wehr. Seit August 2018 ist er Mitglied des internationalen Promotions­kollegs „Sicherheit und Entwicklung im 21. Jahrhundert“ der Konrad Adenauer Stiftung.


  • Dissertation

    Krieg ohne Gesellschaft. Private Military Companies im Kalten Krieg, 1960 – 1990

    Die Bezeichnung PMC beschreibt einen privatwirtschaft­lich strukturierten Personenzusammenhang, der im Rahmen einer staatlich-privaten Kooperation bestimmte Funktionen der Ausübung des staatlichen Gewaltmonopols übernimmt. Private Militärdienstleister treten erstmals in den 1960ern auf, expandieren seitdem kontinuierlich sowohl in ihrer Anzahl als auch beim Personal, welches nahezu ausschließlich aus ehemaligen Soldaten besteht. Die Funktion der privaten Militärdienstleister verweist auf eine neue Konfiguration von diffundierter Staatlichkeit, die sich unter den Bedingungen des Kalten Krieges entwickelte. Innerhalb eines politisch definierten ideellen Referenzrahmens kooperierten seitdem eine Kombination von öffentlichen Institutionen, zivil­gesellschaft­lichen Organisationen, kollektiven und individuellen Akteuren auf bestimmten Problemfeldern. PMCs fungierten dabei als Goverance Akteure, die innerhalb eines politischen Netzwerkes an militärischen Governance Prozessen, vornehmlich im nationalen Rahmen, seit den 1980ern aber auch in transnationalen Netzwerken, partizipierten. Das Er­kenntnisinteresse der Arbeit ist es, mithilfe der Geschichte der ersten Generation privater Militärdienstleister den mit der Neustrukturierung des Gewaltmonopols einhergehenden Wandel von Nationalstaatlichkeit im militärischen Bereich anhand der zugrundeliegenden politischen Ordnungs­vorstellungen zu analysieren.

  • Publikationen

    • Ordnungs­vorstellungen im deutschen Offizierskorps 1915–1923: Friedrich von Boetticher, Oskar von Niedermayer, Hans von Seeckt, Frankfurt am Main 2017. (ausgezeichnet mit dem Hugo Preuß-Preis der Forschungs­stelle Weimarer Republik e.V. und der Hugo Preuß-Stiftung)
    •  Islamismus. In: Emmanuel Droit, Jan Hansen, Frank Reicherer (Hrsg.): Den Kalten Krieg vermessen: Über Reichweite und Alternativen einer binären Ordnungs­vorstellung, Berlin/ Boston 2018.
  • Stipendium

    • Konrad Adenauer Stiftung, Mitglied des Internationales Promotions­kolleg „Sicherheit und Entwicklung im 21. Jahrhundert“