Dr. Almuth Ebke

Dr. Almuth Ebke

Akademische Mitarbeiterin
Universität Mannheim
Neuere und Neueste Geschichte
L 7, 7
Historisches Institut – Raum 204
68161 Mannheim

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Almuth Ebke ist seit Herbst 2013 akademische Mitarbeiterin am Lehr­stuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Mannheim. Sie studierte Neuere und Neuste Geschichte, Alte Geschichte und Neuere deutsche Literatur­wissenschaft an den Universitäten Tübingen, Aix-Marseille I und Cambridge. Die Promotion erfolgte im Mai 2017 an der Universität Mannheim zum Thema „Das Soziale denken: ‚Britishness’ und die Neuverhandlung Großbritanniens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“.


  • Forschung

    Dissertation (im Mai 2017 verteidigt)
    Das Soziale denken: „Britishness“ und die Neuverhandlung Großbritanniens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

    In ihrer Promotion hat Almuth Ebke sich mit der Frage beschäftigt, wie soziale Ordnungs­vorstellungen in Großbritannien in Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit seit den 1960er Jahren neu verhandelt wurden. Das Projekt vertritt die These, dass vielschichtige gesellschaft­liche Veränderungs­prozesse wie das Aufkommen von schottischem und walisischem Nationalismus oder postkoloniale Migrations­bewegungen dazu führten, dass die bis dahin dominanten sozialen Ordnungs­modelle an Prägekraft verloren. Ausgehend von der historiographischen und politischen Debatte über „Britishness“ in den 1990er und frühen 2000er Jahren wird der dadurch ausgelöste Aushandlungs­prozess zentraler Kategorien sozialer Ordnung anhand unterschiedlicher, bis in die 1960er Jahre zurückreichender Diskussionsstränge analysiert.

    Das Projekt orientiert sich an neueren Überlegungen zu einer ideenhistorischen Geschichtsschreibung, die darauf abzielen, zeitgenössisch als selbstverständlich betrachtete Denk- und Handlungs­muster zu historisieren. Das Promotions­vorhaben leistet somit einen Beitrag zur Erfahrungs­geschichte der sozio-ökonomischen Transformations­prozesse, die seit den ausgehenden 1960er Jahren in Großbritannien und anderen westlichen Industriestaaten abliefen.

  • Lebenslauf

    Almuth Ebke ist seit Herbst 2013 akademische Mitarbeiterin am Lehr­stuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Mannheim. Sie studierte Neuere und Neuste Geschichte, Alte Geschichte und Neuere deutsche Literatur­wissenschaft an den Universitäten Tübingen, Aix-Marseille I und Cambridge. 2009 M.Phil. in Modern European History der Universität Cambridge, 2011 Magister Artium der Universität Tübingen. Im Anschluss arbeitete sie von 2011 bis 2012 als wissenschaft­liche Mitarbeiterin am Fach­bereich Gesellschafts­wissenschaften der Universität Kassel. Im Rahmen ihres Promotions­projektes verbrachte Almuth Ebke von Herbst 2012 bis Sommer 2013 Forschungs­aufenthalte am DHI London und an der University of Cambridge. Sie promovierte 2017 mit der Arbeit „Das Soziale denken:‚Britishness‘ und die Neuverhandlung Großbritanniens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ am Historischen Institut der Universität Mannheim (summa cum laude). Zu ihren Interessen- und Forschungs­gebieten gehören Ideengeschichte, britische Sozial-, Politik- und Kulturgeschichte sowie die Geschichte anglo-amerikanischer Kultur­wissenschaften. Sie ist Mitglied im Arbeits­kreis Deutsche England-Forschung (ADEF) und im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD).

    Stipendien und Preise

    1/ 2013 – 9/ 2013Jahresstipendium des DAAD
    10/ 2012 – 12/ 2012Doktoranden­stipendium am Deutschen Historischen Institut London
    10/ 2011Preis des Fördervereins Geschichte an der Universität Tübingen für die beste Magisterarbeit im akademischen Jahr 2010/11
    7/ 2007 – 2/ 2011Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung (Grund­förderung)
    10/ 2008 – 7/2009Stipendiatin des Cambridge European Trust, Großbritannien
  • Publikationen

    • Britishness – Die Debatte über nationale Identität in Großbritannien, 1967 – 2008 im DeGruyter Verlag in der Reihe Ordnungs­systeme.
    • The Party is over? Britische Wirtschafts­politik und das Narrativ des „Decline“, Frankfurt a. M. 2012.
    • Between Empire and Nation: the Reform of the British Nationality Law, Internal Decolonization and the Politics of Belonging in post-imperial Britain, ca. 1981, in: Levke Harders, Falko Schnicke, Hrsg, Practising Borders: Belonging to Empires, Nations, and Regions in the Nineteenth and Twentieth Centuries, zur Publikation angenommen.
    • From “ethnic community” to “black community”: the cultural belonging of migrants between race relations research and the politics of blackness in 1970s and 1980s Britain, Bulletin of the German Historical Institute Washington DC, Supplement 15 (2020), S. 93-110.
    • Thatcher als Zäsur? Die IWF-Krise 1976, gesellschaft­liche Ordnungs­vorstellungen und das Narrativ des „British Decline“, in: Christoph Lorke, Rüdiger Schmidt, Hrsg., Der Zusammenbruch der alten Ordnung? Die Krise der Sozialen Markt­wirtschaft und der neue Kapitalismus in Deutschland und Europa, Stuttgart 2020.
    • The decline of the mining industry and the debate about Britishness of the 1990s and early 2000s, Contemporary British History 32/1 (2018), S. 121-141.
    • From „bloody Brixton“ to „burning Britain“: placing the riots of 1981 in British post-imperial history, in: Knud Andresen, Bart van der Steen, Hrsg., A European youth revolt: European Perspectives on Youth Protest and Social Movements in the 1980s, Houndmills, Basingstoke 2015, S. 258-270.