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Methoden

Wir sind besonders interessiert an frühkindlichem Verhalten und der frühkindlichen Entwicklung. Da unsere kleinen Studien­teilnehmer oft noch nicht in Worte fassen können, wie sie die Welt um sich herum wahrnehmen, nutzen wir eine Reihe unter­schiedlicher Methoden, um mehr über die kindliche Wahrnehmung und deren Entwicklung zu erfahren.

  • Verhaltensbeobachtungen

    In manchen Studien nehmen wir Sie (oder eine Studien­leiterin) und Ihr Kind auf Video auf, z.B. während sie miteinander spielen. Die Videos werden nachher ausgewertet, um mehr darüber zu erfahren, wie Kinder auf bestimmte Reize in ihrer Umwelt reagieren und wie sie mit anderen kommunizieren.

  • Blickbewegungs­messung

    Eine Frage, die uns in fast allen Studien interessiert, ist wie Kinder die Welt um sie herum wahrnehmen. Um das herauszufinden, setzen wir häufig die Blickbewegungs­messung (Eye tracking) ein. Bei einer Blickbewegungs­studie werden die Augenbewegungen Ihres Kindes mit Hilfe kleiner Kameras aufgenommen. Ihr Kind sitzt meist auf Ihrem Schoss vor einem Bildschirm. Auf dem Bildschirm zeigen wir kurze Filme oder Bilder. Dabei messen wir die Blickbewegungen Ihres Kindes: Wann schaut das Kind wohin und wie lange? Schaut es z.B. länger, wenn ein gehörtes Wort und ein gesehenes Bild zusammen passen? Interessiert sich das Kind besonders für soziale Informationen in Bildern, wie z.B. die Augen eines Sprechers?

    Aufgrund der Blickbewegungs­daten können wir Rückschlüsse auf unter­schiedliche kognitive Prozesse ziehen, z.B. wie Aufmerksamkeit die Verarbeitung von Sprache beeinflusst, oder wie sich die Wahrnehmung von Gesichtern entwickelt.

  • Fragebögen

    Sie kennen Ihr Kind am besten. Fragebögen sind für uns ein wichtiges Mittel, um mehr über den Hintergrund und das alltägliche Verhalten eines Kindes zu erfahren. Auch ganz kleine Kinder unter­scheiden sich schon stark in ihrer Persönlichkeit, ihren Vorlieben und ihrem Verhalten. Uns interessiert, wie solche Unter­schiede die kindliche Entwicklung beeinflussen. Deswegen bitten wir Eltern je nach Studie unter­schiedliche, standardisierte Fragebögen auszufüllen.

  • EEG (Elektroenzephalographie)

    Eine weitere Frage, die uns besonders interessiert, ist wie Kinder die Welt um sie herum verarbeiten. In einigen Studien nehmen wir dafür die Hirnaktivität mit Hilfe von EEG (Elektroenzephalogramm) auf. Gehirnzellen kommunizieren miteinander über sehr kleine elektrische Spannungs­unter­schiede. Für die Messungen dieser Spannungen benutzen wir eine Art High-Tech-Badekappe, in die kleine Sensoren (sogenannte Elektroden) eingewebt sind. Die Elektroden funktionieren wie kleine Mikrofone, mit denen wir die Spannungs­unter­schiede an der Kopfoberfläche aufzeichnen können.

    Zur Messung setzen wir Ihrem Kind die Badekappe auf. Anschließend füllen wir ein angewärmtes, haut­freundliches Gel in kleine Löcher in den Sensoren, um eine bessere Verbindung zwischen Sensoren und Kopfhaut herzustellen. Ihr Kind sitzt während der Vorbereitung auf Ihrem Schoß und Sie oder eine unserer Mitarbeiterinnen spielen mit Ihrem Kind. Je nach Studie kann Ihr Kind während der ganzen Messung auf Ihrem Schoß sitzen bleiben oder es sitzt in einem altersgemäßen Kindersitz. In jedem Fall sind Sie die ganze Zeit bei Ihrem Kind. Nach Ende der Messung nehmen wir Ihrem Kind die Mütze wieder ab und waschen mit einem Waschlappen und warmem Wasser das restliche Gel aus den Haaren. Bei Bedarf föhnen wir die Haare trocken.

    Die Messung ist für Sie und Ihr Kind ungefährlich und ihr Kind merkt von der Messung der Sensoren nichts. Wir haben jahrelange Erfahrung mit der EEG-Messung bei kleinen Kindern und die Methode wird in vielen Laboren auf der ganzen Welt angewandt.

  • fNIRS (funktionale Nahinfrarotspektroskopie)

    Eine weitere Methode, die wir nutzen, um die Entwicklung des kindlichen Gehirns zu erforschen, ist die funktionale Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS). Mit Hilfe von fNIRS können wir sichtbar machen, wann welche Bereiche des Gehirns besonders aktiv sind. Gehirnzellen, die aktiv sind, brauchen für ihre Arbeit Sauerstoff. Ist ein Hirn­bereich aktiv, so ändert sich der Sauerstoffgehalt des Blutes, das die Gehirnzellen versorgt. Da sauerstoffreiches Blut röter ist, “errötet” das Gehirn also. Die Veränderungen im Sauerstoffgehalt lassen sich mit Hilfe von kleinen Sensoren (sogenannten Optoden) an der Kopfoberfläche messen.

    Auch hier benutzen wir eine Art High-Tech-Badekappe, in die die Optoden eingesteckt werden. Zur Messung setzen wir Ihrem Kind die Badekappe auf. Ihr Kind sitzt während der Vorbereitung auf Ihrem Schoß und Sie oder eine unserer Mitarbeiterinnen spielen mit Ihrem Kind. Ihr Kind kann während der ganzen Messung auf Ihrem Schoß sitzen bleiben oder es sitzt in einem altersgemäßen Kindersitz. In jedem Fall sind Sie die ganze Zeit bei Ihrem Kind. Nach Ende der Messung nehmen wir Ihrem Kind die Mütze wieder ab.

    Die Messung ist für Sie und Ihr Kind ungefährlich und ihr Kind merkt von der Messung der Sensoren nichts. Die fNIRS-Methode wird in vielen Laboren auf der ganzen Welt angewandt und wir haben jahrelange Erfahrung mit der fNIRS-Messung bei Kleinkindern.