Nach dem Studium
Was kommt nach dem Studium? Eine Auswahl an Berichten unserer Alumnae und Alumni zeigt, wie es nach dem Geschichtsstudium beruflich weitergehen kann.
Archiv

Während meines Studiums von 2016 bis 2022 war ich sowohl Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Zeitgeschichte in Verbindung mit dem Universitätsarchiv als auch Werkstudent im Unternehmensarchiv des Pumpenherstellers KSB in Frankenthal. Bei diesen Gelegenheiten konnte ich bereits früh Einblicke in archivische Aufgaben erhalten. Nach meinem Abschluss 2022 bekam ich eine befristete Projektstelle beim Landtag Rheinland-Pfalz zur theoretischen Ausarbeitung eines regionalen Wirtschaftsarchivs. Hier habe ich meine bisherigen Berührungspunkte mit dem Archivwesen fachlich vertieft und ich entschied mich, weiterhin mit Archiven zu arbeiten zu wollen. Schließlich wurde ich Anfang 2024 Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte mbH in Frankfurt/

Ich habe meinen Master of Arts 2020 abgeschlossen und war anschließend drei Jahre als Doktorandin und Lehrassistentin am Lehrstuhl für Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit in Mannheim tätig. Mittlerweile bin ich von der Universität Mannheim zum Landesarchiv Speyer gewechselt, bleibe jedoch durch die Betreuung meiner Dissertation durch Prof. Dr. Hiram Kümper dem Lehrstuhl verbunden. Meine Zeit als wissenschaftliche Hilfskraft hat meinen beruflichen Werdegang während und nach dem Studium nachhaltig geprägt. In der Lehre hatte ich unter anderem die Möglichkeit, die Planung von Übungen und Seminaren mitzugestalten. Besonders der Umgang mit frühneuzeitlichen Quellen und das Lesen von Handschriften haben mich im Studium weitergebracht und auch viel Spaß gemacht. Durch die Arbeit am Lehrstuhl habe ich unter anderem die Arbeit in einem Archiv kennengelernt und so meinen Berufswunsch, Archivarin zu werden, gefunden.
Aus dem Lehralltag

Ich habe in Mannheim Gymnasiallehramt für Geschichte und Englisch studiert, mein Referendariat in meiner Heimat Niedersachsen gemacht und bin mittlerweile Gymnasiallehrerin in Bayern. Vorher habe ich noch drei Jahre lang eine Promotion in der Alten Geschichte geschrieben. Seit meiner Kindheit hat mich die antike Welt fasziniert. Mit Mitte 20 einmal wissenschaftlich drei Jahre lang an meinem eigenen Projekt forschen zu können, war großartig. Ich bin dankbar, dass mich das Lehrstuhlteam dazu ermutigt hat und es war für mich der passende Abschluss der Zeit an der Universität – gerade weil ich natürlich wusste, dass ich Alte Geschichte an der Schule nicht in dieser Tiefe unterrichten werde. Jetzt bin ich stolz, „mein“ Buch geschrieben und einen kleinen Beitrag zum Fach geleistet zu haben. Mit dem Gedanken, an der Universität zu bleiben, habe ich durchaus gespielt. Für mich überwiegen aber die Vorteile des Lehrerberufs: Der tägliche Kontakt zu Kindern, Jugendlichen und ihren Familien, die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen unterschiedlicher Fachrichtungen und natürlich eine hohe Sicherheit und auch eine attraktive Bezahlung, von der man gut leben kann. Ein entspannter Job ist das Lehrerdasein, trotz der familienfreundlichen Arbeitszeiten, ehrlicherweise aber nicht. Der Mental Load ist durch die viele Organisations- und Dokumentationsarbeit, die jeden Tag anfällt, sehr hoch. Der Kosmos Schule bietet viele Möglichkeiten zur Mitgestaltung und Aufgaben, die jenseits des Unterrichtens anfallen. Ich hatte zum Beispiel das Glück, bereits an zwei Schulbüchern mitarbeiten zu dürfen, und hoffe, mich in meiner wohl noch langen Lehrerkarriere vielleicht irgendwann auch einmal in der Schulentwicklung, Lehrerausbildung oder am Lehrplan einbringen zu können. Wer nicht auf Lehramt studiert aber ein abgeschlossenes Geschichtsstudium hat, kann übrigens trotzdem noch Lehrer oder Lehrerin werden. Gerade an den vielen Schulen in nicht-staatlicher (z. B. kirchlicher) Trägerschaft ist eine Einstellung als Quereinsteiger oft recht unproblematisch möglich und bietet attraktive Arbeitsbedingungen. Natürlich muss man motiviert sein, sich in Unterrichtsplanung etc. einzuarbeiten – aber das kann dann meist direkt an der Schule erfolgen. Hilfreich ist dann aber auf jeden Fall ein zweites Studienfach, das auch unterrichtet werden kann.
Forschung und Lehre (Universitäre Welt)

Von 2016 bis 2021 habe ich an der Universität Mannheim im Bachelor und Master Geschichte studiert und direkt ab dem ersten Semester als wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte gearbeitet. Das musste ich nach zwei Jahren leider aufgeben, als ich im Herbst 2018 ins Auslandssemester gegangen bin. Als ich wieder zurückkam, konnte ich mich mehr für Zeitgeschichte begeistern. Frau Borgstedt band mich in ihr Forschungsprojekt zur NS-Zeit in Speyer ein und ich bekam die wundervolle Möglichkeit, mit bisher für die Forschung unbeachtet gebliebenen Primärquellen zu arbeiten. Daraus entstanden nicht nur meine Bachelor- sowie Masterarbeit, sondern auch zwei Artikel in der Publikation des Projekts. Eigentlich wollte ich nach dem Master keine Promotion mehr dranhängen, aber dann weckte das Angebot des Lehrstuhls für Wirtschaftsgeschichte mein Interesse. Die Gelegenheit, zum Patentwesen des Nationalsozialismus zu arbeiten, wollte ich nicht missen, und so begann ich im September 2021 meine Dissertation bei Jochen Streb, die ich Ende 2026 fertigstellen möchte. Auch wenn mir der ökonomische Hintergrund fehlt, hat mich das Studium exzellent auf die Promotion vorbereitet: ich arbeite gerne im Archiv und mit Primärquellen, und die Hermeneutik erlaubt es mir mit verschiedenen Perspektiven an meine Forschung heranzutreten. Da ich mittlerweile auch positive Erfahrungen in der Lehre gesammelt habe kann ich es mir vorstellen, in der Wissenschaft zu bleiben.

Nach meinem Masterabschluss im Jahr 2018 bin ich an die Universitätsbibliothek gewechselt um dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter ein Erschließungsprojekt frühneuzeitlicher Handschriften zu leiten. Meine Zeit als wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit hat nicht nur die Grundlage für einen sehr guten Studienabschluss gelegt, sondern mich auch auf diesen ersten beruflichen Schritt vorbereitet. In meiner Zeit am Lehrstuhl konnte ich erste Erfahrungen in der Projektplanung und -arbeit, aber auch im Umgang mit frühneuzeitlichen und mittelalterlichen Quellen sowie erste Lehrerfahrungen sammeln. In den Jahren 2019 und 2020 habe ich verschiedene Projekte zur Umsetzung digitaler Lehrformate an der Universitätsbibliothek betreut und war als Projektmitarbeiter an der Konzeption eines neuen innovativen Lernraums (ExpLAB) beteiligt. Seit März 2021 leite ich die Kommunikationsabteilung der Universitätsbibliothek Mannheim und bin zudem als Fachreferent für das Fach Geschichte tätig.

Mein beruflicher Werdegang wurde maßgeblich durch meine Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft und Lehrbeauftragte am Lehrstuhl für Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit geprägt. Bereits seit meinem ersten Bachelorsemester war ich Teil des Teams und konnte durch die Planung und Organisation von Projekten und Ausstellungen sowie die Arbeit mit spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften viele Jahre Erfahrungen sammeln. Darüber hinaus hat mich der Lehrstuhl dazu inspiriert, Wissenschaft disziplinübergreifend zu denken und zu vermitteln. Nach meinem Abschluss absolvierte ich ein wissenschaftliches Volontariat an den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim und arbeitete anschließend als Kuratorin an der Universität Tübingen. Inzwischen habe ich ein Zweitstudium in der Sozialpädagogik absolviert, bin in diesem Bereich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Siegen tätig und setze mich als Vorsitzende des Vereins Wissen und Kultur für Kinder e. V. (WuKKis) für kulturelle Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit ein. Dem Lehrstuhl bleibe ich noch immer als Doktorandin verbunden.

Zwischen 2011 und 1017 habe ich an der Uni Mannheim im Bachelor und Master „Kultur und Wirtschaft: Geschichte“ studiert und dabei seit Anfang 2014 als wissenschaftliche Hilfskraft und Tutor am Lehrstuhl für die Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit gearbeitet. Inhaltlich war der „Epochensprung“ über das Jahr 1500 für mich prägend: Nach meiner Zeit in Mannheim war ich zunächst Doktorand am SFB 1285 „Invektivität. Konstellationen und Dynamiken der Herabsetzung“ an der TU Dresden. Hier wurde ich 2022 mit einer Dissertation zur Öffentlichkeit im 16. Jahrhundert promoviert. Seit 2023 lehre und forsche ich an der Universität Bielefeld im Profilbereich „Geschichte der Vormoderne“, der ganz gezielt mittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichte zusammenführt. Meine Zeit am Mannheimer Lehrstuhl war in vieler Hinsicht wegweisend: Früh wurde hier der Sprung ins kalte Wasser, sprich ins Archiv und hinein in die handschriftlichen Quellen des 14. bis 17. Jahrhunderts, nahegelegt und solides geschichtswissenschaftliches Handwerkszeug vermittelt, von dem ich bis heute profitiere. Die Anregung zu ersten selbstständigen Forschungsprojekten – etwa zur Hanse oder zu spätmittelalterlichen Stadtrechnungen – und frühe Lehrerfahrungen sind wohl verantwortlich dafür, dass ich den Weg in die Wissenschaft eingeschlagen habe.